Anwaltsgebühren

Ihr Anwalt darf die anfallende Vergütung grundsätzlich nur nach Maßgabe des Rechtsanwaltvergütungsgesetzes und des dazu ergangenen Vergütungsverzeichnisses berechnen.
Die genaue Festsetzung der Vergütung ist jedoch Frage jedes Einzelfalles und sollte jeweils zu Beginn des Mandatsverhältnisses erörtert werden. Hierbei können folgende Gesichtspunkte eine wesentliche Rolle spielen:


1.
In außergerichtlichen Angelegenheiten können Pauschalvergütungen und Zeitvergütungen vereinbart werden, die niedriger sind als die gesetzlichen Gebühren.


2.
Die Gebühren für Beratungstätigkeiten, außergerichtliche und gerichtliche Tätigkeiten werden oft nach dem Wert berechnet, den der Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit hat. Etwas anderes gilt bspw. für sozialrechtliche Angelegenheiten sowie Straf- und Bußgeldsachen.


3.
Auch wenn sich die Tätigkeit des Anwaltes auf ein erstes Beratungsgespräch beschränkt, hängt die Höhe der Beratungsgebühr zumeist von dem Gegenstand der Beratung ab. Pauschal lässt sich nur sagen, dass die Beratungsgebühr bei Erstberatung eines Verbrauchers höchstens 190 EUR (zzgl. Umsatzsteuer) betragen darf, jedoch abhängig von dem Gegenstandswert auch erheblich darunter liegen kann. Auch hierfür können Pauschalvergütungen oder Zeitvergütungen vereinbart werden.


4.
Falls Ihr Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet, besteht die Möglichkeit der Beantragung von Beratungshilfe für die Beratungstätigkeit und außergerichtliche Tätigkeit des Anwaltes bzw. der Beantragung von Prozesskostenhilfe für die gerichtliche Tätigkeit des Anwaltes mit der Konsequenz der Übernahme der Anwaltsgebühren durch die Staatskasse.


5.
Wurden Sie bspw. unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt und wollen nunmehr Ansprüche auf Ersatz des Ihnen entstandenen Sachschadens und/oder Personenschadens gegenüber der Haftpflichtversicherung des Schädigers vornehmen, so ist diese auch zur Tragung der Kosten Ihres Anwaltes verpflichtet.


6.
Haben Sie eine Rechtschutzversicherung abgeschlossen, so richtet sich ein Erstattungsanspruch hinsichtlich des anwaltlichen Honorars nach den Vereinbarungen, die Sie mit der Rechtschutzversicherung getroffen haben. Die Einholung der Deckungszusage Ihrer Rechtsschutzversicherung kann durch Ihren Anwalt erfolgen.